Kinder in Otjikondo

240 Kinder zwischen 6 und 14 Jahren, etwa zur Hälfte Mädchen und Jungen, gehen in Otjikondo zur Schule. 

 In Otjikondo wird den Kindern nicht nur Wissen vermittelt, sondern auch Werte. Dabei stehen gegenseitiger Respekt und Toleranz an erster Stelle. Deshalb werden Kinder aus allen ethnischen Gruppen in die Schule aufgenommen. So lernen die Schülerinnen und Schüler früh, andere Kulturen und Bräuche kennen und respektieren.     

Die Kinder stammen aus verschiedenen sozialen Schichten. Die meisten von ihnen kommen aus einfachen, ein Teil von ihnen aus schwierigen Verhältnissen:

Bei einem sind die Eltern Alkoholiker, ein anderes Kind hat Vater oder Mutter durch Aids verloren, andere Eltern wiederum sitzen im Gefängnis oder sind oftmals arbeitslos.

Natürlich möchte Otjikondo gerade diese Kinder fördern und ihnen durch eine Schulausbildung eine Chance geben, einen Schritt in ein anderes Leben zu finden.

Deshalb ist für die Schulleitung  nicht die Leistung eines Kindes ausschlaggebend bei der Frage, ob es in Otjikondo aufgenommen wird.
Jedes Jahr im September werden die Eltern und Kinder zu Aufnahmegesprächen eingeladen. Sie kommen zum Teil dann mit „Donkeykarren“ (Eselfuhrwerken) von weit her.

„Wichtig ist uns, dass wir spüren, dass das Kind die Chance, die es hier bekommt, nutzen wird.“ erklärt Stiftungsdirektorin Gillian Stommel. Viele „Otjikondonians“ haben dies schon getan. So hat zum Beispiel eine der ersten Otjikondo-Absolventinnen, Lahija Ismael, eine Ausbildung als Apothekerin abgeschlossen. Aber auch Tuhadeleni Shikongo ist Braumeister geworden; Merlien Karunga, ist  Bankangestellte; Bravo Immanuel wurde Lehrer; weitere studieren an der UNAM Politechnik Namibia - Jura, Ingenieurswesen, PR oder IT oder sind in der Tourismusbranche beschäftigt.

Alle Kinder besuchen nach der Grundschule in Otjikondo weiterführende höhere Schulen.

Unser Schuldorf Otjikondo soll den Kindern ein sicheres und stabiles Umfeld bieten und ihnen die Geborgenheit geben, die sie fernab ihrer Familien brauchen – und die manche von ihnen auch in ihren Familien nicht bekommen.

So haben sie in Otjikondo eine klare Tagesstruktur mit Unterricht, Mahlzeiten und Nachmittagsaktivitäten vom Volleyballteam bis zur Theater-Gruppe, aber auch praktischer Werkunterricht in Holz, Stahl und Farming zählt dazu.

Zu den Highlights des Jahres gehört der Camping-Ausflug der 5. Klasse in den Etosha-Nationalpark, dem Tierparadies Namibias.
Otjikondo hat für jede Altersgruppe Internatsgebäude, die nach Mädchen und Jungen getrennt sind, wo sie von einer verantwortlichen Hausmutter beziehungsweise Hausvater betreut werden.

Gillian Stommel: „Wir möchten, dass jedes Kind bei uns Zuwendung und Selbstvertrauen bekommt.“